Dänemark (Kolding)

Der Schüleraustausch mit dem Munkensdam Amtsgymnasium in Kolding besteht seit 1989 ohne Unterbrechung. Es besuchen sich jeweils für fünf Tage eine Gruppe aus dem 11. Jahrgang der TSS und Deutschschüler aus Kolding. Dabei finden der Besuch und der Gegenbesuch jeweils im selben Jahr statt, was sich sehr bewährt hat, da der Kontakt so recht intensiv ist.
Die Gäste werden jeweils in den Familien der gastgebenden Schüler untergebracht, die Lehrer bei ihren Kollegen. Durch diese Form der Unterbringung können die Kosten für den Austausch sehr niedrig gehalten werden. Sprachpraxis, Besichtigungen, die Erweiterung landeskundlicher Kenntnisse, insbesondere aber das Erfahren der bei aller Nähe doch existierenden kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede im familiären Kontakt und im Unterricht sind wesentliche Inhalte des Austausches. Am letzten Tag des Aufenthaltes findet traditionell ein Abschlussfest statt.

Da Kolding in weniger als drei Stunden mit dem Auto erreichbar ist, ist es nicht allzu aufwändig, die entstandenen Kontakte zu pflegen und sogar über die Schulzeit hinaus zu bewahren, wovon ehemalige Schülerinnen und Schüler uns immer wieder berichten.

Schweden (Alingsas)

Der Schüleraustausch mit dem Alströmergymnasiet in Alingsas besteht seit 2002 ohne Unterbrechung. Es besuchen sich innerhalb eines Schuljahres jeweils für fünf Tage eine Gruppe aus dem 11. Jahrgang der TSS und Deutschschüler aus Alingsas. Die Gäste werden in den Familien der gastgebenden Schüler untergebracht, so dass man einen intensiven Austausch mit dem Partner und dessen Familie erlebt. Die Schüler sprechen meist Englisch oder Deutsch miteinander. Unsere Schüler fahren von Frederikshavn in Dänemark mit der Fähre nach Göteborg und mit der Bahn in das ca. 50km entfernte Alingsas.

Ziele des Austausches sind neben dem Kennenlernen schwedischer Schülerinnen und Schüler, das Bewusstmachen der kulturellen und gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die Landeskunde. In Schweden besucht man die Schule sowie die Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung und Göteborg. Bei uns zählt natürlich immer ein Tag Nordsee und ein Tag Hamburg zum Programm. Die Reisekosten und das gemeinsame Programm betragen momentan ca.180,- €/Person.

Die Schüler und Schülerinnen, die am Schwedenaustausch bislang teilnahmen, sind unsere besten Werbeträger. Fragt sie selbst, ob alle Schwedinnen/Schweden blond sind, ob sie alle bei IKEA einkaufen oder einen Elch im Vorgarten besitzen.

Das Schwedenteam mit Frau Abeling, Frau Siemen und Herrn Pauschardt

Frankreich (Crépy-en-Valois)

An der TSS gibt es drei verschiedene Möglichkeiten an einem Frankreichaustausch teilzunehmen:

Variante 1:
Unseren Gruppenaustausch / Klassenaustausch mit unserer Partnerschule „Jean Monnet“ in Crépy-en-Valois: ein Lycée in der Nähe von Paris mit dem wir seit 1990 eine Partnerschaft pflegen und regelmäßige Austauschfahrten durchführen.
Schüler der 10. – und inzwischen auch manchmal der 9. Klassen - haben hier die Möglichkeit, für eine Woche das Leben in einer französischen Familie und die Unterrichtsrealität des französischen Schulsystems kennen zu lernen.
Der nächste Austausch mit Crépy wird voraussichtlich im Schuljahr 2016/2017 stattfinden.

Variante 2:
Das individuelle Austauschprogramm „Brigitte Sauzay“ mit dem „Pays de la Loire“. Hier handelt es sich um einen vom Land Schleswig-Holstein unterstützten Austausch mit unserer Partnerregion im Westen Frankreichs. Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen können sich für einen dreimonatigen finanziell bezuschussten Austausch bewerben. Zahlreiche Schüler unserer Schule haben seit 2004 an diesem Programm erfolgreich teilgenommen.
Zusätzliche Informationen finden sich unter: www.bildung.schleswig-holstein.de oder www.dfjw.org.

Variante 3:
Individuelle Austauschmöglichkeiten über die Kontakte der Französischfachschaft: Es besteht die Möglichkeit einen ganz individuellen Austausch zu planen. Von dieser Möglichkeit machten in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt je ein bis zwei SchülerInnen Gebrauch. In der Regel besuchten sie unsere Partnerschule in Crépy für die Dauer von 2 bis 12 Monaten und nahmen dort am regulären Unterricht der entsprechenden Jahrgangsstufe teil.

China (Longyou)

Wie alles begann:

Am 21.09.12 spätabends begann für Morten Täubrich und mich das Abenteuer China. Sicher erinnern sich noch einige an den Besuch der chinesischen Delegation im November des letzten Jahres bei uns in Husum.
Wir hatten damals einen Kooperationsvertrag mit einer chinesischen Schule geschlossen, der sich allerdings nicht mit Leben füllen ließ. Die Gründe waren nicht ersichtlich und so war auch vor der Abreise nicht klar, ob wir überhaupt eine Schule besuchen würden, die für uns für einen Austausch in Frage käme.
Die Chinesen sind offensichtlich besonders interessiert an der Kooperation mit beruflichen Schulen, um das erfolgreiche duale System unserer Berufsausbildung kennen zu lernen.
Unsere Delegation, die sich zum Gegenbesuch nach China gefunden hatte, bestand aus 14 Personen. Der Leiter der Delegation, Herr Krause aus dem Bildungsministerium, wurde begleitet von mehreren Schulleiterinnen und Schulleitern beruflicher Schulen sowie deren StellvertreterInnen oder AbteilungsleiterInnen, Vertretern aus dem IQSH für die Ausbildung an beruflichen Schulen sowie Herrn Täubrich und mir.
Wir waren alle sehr gespannt, was uns in China erwarten würde!
Zunächst stellten wir unmittelbar fest, dass die räumliche Entfernung zu unseren potentiellen Partnern doch sehr groß ist, wir waren fast 24 Stunden unterwegs, bis wir erschöpft in Shanghai ankamen. Ein vollgepacktes touristisches Programm für den Sonntag ließ uns die Müdigkeit vergessen. Staunend und sehr beeindruckt standen wir vor dieser gigantischen, in alle Richtungen, vor allem nach oben wachsenden Mega-Metropole. Shanghai bei Nacht rundete diesen unvergesslichen ersten Tag ab.
Übrigens waren alle Befürchtungen, was den Komfort in den Hotels betrifft, völlig umsonst, wir übernachteten immer in sehr guten Hotels, die alle üblichen Standards erfüllten.
Auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel erwartete uns am Montagmorgen noch ein Highlight: der chinesische Hochgeschwindigkeitszug, der uns in weniger als einer Stunde nach Hangzhou brachte. Hangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, mit der unser Bundesland Schleswig - Holstein seit mehr als 20 Jahren enge wirtschaftliche Kontakte pflegt, aus denen die Initiative zur Kooperation im Bildungsbereich entstanden ist. Unsere chinesischen Partner lachten manchmal doch etwas überrascht oder die Übersetzerin fragte noch einmal nach, wenn unser Delegationsleiter bei seiner jeweiligen Begrüßungsansprache die Einwohnerzahl von SH erwähnte (es sind momentan 2,8 Millionen).
Hangzhou hat 6,8 Millionen Einwohner, unser Reiseführer in Shanghai bezeichnete die Stadt gerne als „Dorf“ im Vergleich mit den etwa 23 Millionen, die Shanghai bevölkern.
Die Provinz Zhejiang, die wir in den kommenden Tagen bereisten, liegt an der Ostküste Chinas südlich von Shanghai. Sie ist circa 100.000 Quadratkilometer groß, das entspricht in etwa einem Drittel der Fläche der Bundesrepublik und es wohnen dort 50 Millionen Menschen.
Wir besuchten nun von Montag bis Freitag täglich in der Regel zwei Schulen und legten dazwischen weite Wege mit dem Bus zurück. Immer wurden wir sehr freundlich empfangen, häufig sogar mit einer Eskorte von der Autobahnabfahrt abgeholt. Manchmal waren Banner für uns zur Begrüßung aufgehängt oder unsere Delegation wurde in großen Lettern auf einer Anzeigetafel begrüßt. In einer Schule standen sehr hübsch in traditionelle chinesische Kleider gekleidete Schülerinnen zu unserer Begrüßung bereit. Wir bekamen Tee, Obst und Kekse, einmal sogar zur Begeisterung der Teilnehmer Kaffee. Auf beiden Seiten wurden freundliche Worte gewechselt, die betreffenden Schulen vorgestellt und viele Geschenke ausgetauscht. Höhepunkt war dann die Unterzeichnung von Absichtserklärungen der chinesischen und deutschen SchulleiterInnen. Schließlich wurde die Schule besichtigt, manchmal trafen wir auch SchülerInnen, die sich immer riesig freuten über die "Langnasen". Das abschließende, immer hervorragende Essen war nur dadurch etwas getrübt, dass wir ständig unter Zeitdruck standen. Das nette, aber durchaus energische "schnell, schnell" unserer reizenden, überaus kompetenten Dolmetscherin vom deutsch - chinesischen Freundschaftsverein klang uns beständig in den Ohren.
Ich habe mit einer Schule in Longyou eine solche Vereinbarung geschlossen, so war es von der Reiseleitung des deutsch-chinesischen Freundschaftsvereins (eine offizielle Abteilung des Außenministeriums in Zhejiang) vorgesehen. Ganz unerwartet hatte dann der Schulamtsleiter der Stadt Ningbo, in der wir am Donnerstagnachmittag eine Schule besuchten, weitere SchulleiterInnen eingeladen. Wir waren nach der gegenseitigen Vorstellung der Schulen plötzlich umlagert von interessierten Kollegen, die sich einen Austausch mit uns wünschten. Zumindest eine dieser Schulen wäre unserer Meinung nach auch geeignet für einen Austausch mit der TSS.
Wenn man weiß, dass die chinesische Regierung diese internationalen Begegnungen nicht nur ideell, sondern auch finanziell kräftig unterstützt, wofür auch schon eine solche Absichtserklärung genügt, ist dieses Interesse sehr nachvollziehbar. Wir mussten uns mit der ideellen Unterstützung durch das Ministerium begnügen und unsere Dienstreise selbst finanzieren.
Freitag und Samstag stand dann noch einmal im Zeichen der langen Wege, zunächst fuhren wir am Freitag sechs Stunden mit dem Bus zurück nach Shanghai, um schließlich noch einmal den langen Weg über Dubai zurück ins beschauliche Hamburg zu machen.
Das Abenteuer China hat sich für uns gelohnt, es waren ganz besondere, beeindruckende Erfahrungen und Begegnungen, die wir machen durften.
Wir sind sehr gespannt, ob sich unsere beiden möglichen Partnerschulen wie geplant melden werden und wie die Reaktion unserer schulischen Gremien auf unsere Berichte sein wird. Vielleicht wird dann aus dem Abenteuer China eine regelmäßige Begegnung zwischen jungen Menschen aus diesen in so vielerlei Hinsicht unterschiedlichen Lebenswelten.

Husum, im Oktober 2012
Sibylle Karschin

 

Schüler berichten von ihren Erfahrungen in China: klick
Bericht vom Besuch der Chinesen in Husum: klick